dreiundzwanzigvierzig
»Phase I«


Derzeit liegen 902 von 1440 möglichen Erinnerungen für »Phase I« vor.
In »Phase II« sind Beiträge für 339 von 1440 möglichen Minuten online.


Vorwort

»Langeweile? eMailen und Chatten mit AOL und Internet.«

Kann »das Interaktive« der Spaßfaktor bei Kunst im Netz sein?

Ich denke, es ist nicht »das Interaktive«, sondern das »Interagieren« – nämlich mit realen anderen Menschen. Deshalb der Erfolg der Chats und Foren und Mailinglisten. Deshalb aber auch der Mißerfolg interaktiver Kunstwerke, wo ich als User mit einem Automat spielen soll und mit mir selbst.... !

Schaut man bloß auf die Werke, findet man wahrscheinlich keine »Internetliteratur« in dem, was hier so herumkreist: die verschiedenen Gemeinschaftsprojekte, die Weiterreichtexte, Kollektiv-Stories und Sammlungen. Immer ist der Einwand richtig: das könnte man auch auf Papier machen....

Und doch: man kann es NICHT auf Papier machen. Nicht mit DIESEN Menschen, die wir uns im Netz getroffen haben - und mit Anderen in der Printwelt oder lokal im Kreativ Schreib-Workshop wäre es etwas ganz anderes!

Ich vermute, daß der Prozeß zwischen Menschen (verteilten Systemen ;-) der Kick ist und die spezifische Form der Zeit-Nutzung (remote feedback) - Also ginge es darum, gemeinsam kreativ zu sein. Das ist leider im Web nicht leicht, weil es schwer ist, einen Leitgedanken für ein gemeinsames »Schaffen« von solcher Leuchtkraft zu entfalten, daß mehrere dem auch folgen und ihre eigene Interpretation/Weiterentwicklung in einer Form beitragen, die die Anderen nicht negiert, sondern bereichert.

Claudia Klinger, am 11.11.97 in der Mailingliste Netzliteratur

Seitenanfang